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First Responder - wie alles begann...

Warum First Responder? Warum noch eine weitere Aufgabe der Feuerwehr, die zudem freiwillig geleistet wird? Wie so viele etablierte System begann es mit einem Problem und vielen kleinen Schritten...

Zwischen 1993 und 1995 ereigneten sich über 35 schwere Verkehrsunfällen auf der B 26. Oft musste die Wehr wegen der hohen zeitlichen Differenz zwischen unserem Eintreffen und des Rettungsdienstes auch medizinische Hilfe leisten - allerdings mit noch mangelhafter Ausstattung und ohne fundierte Ausbildung.

 

Dem damaligen Kommandanten Albrecht Geis wurde klar, dass etwas unternommen werden und ein zusätzliches Glied in der Rettungskette - zwischen der Ersten Hilfe durch Laien und dem hauptamtlichen Rettungsdienst - eingerichtet werden muss. Ein positiver Nebeneffekt wäre, dass durch die Einrichtung einer solchen Einheit auch die Eigensicherung unserer eigenen Einsatzkräfte deutlich verbessert werden würde.

Erste Kontakte wurden bereits 1994 mit der "Arbeitsgemeinschaft Erste Hilfe Trupps“ geknüpft. 1995 fand ein Informationsaustausch mit der Feuerwehr Unterschleißheim (Landkreis München), dem bayernweit ersten First-Responder-Standort, statt. Es folgten Gespräche mit dem Leiter der Rettungsleitstelle Aschaffenburg. Gleichzeitig wurde beim Rettungsdienstzweckverband eine entsprechende Genehmigung eingeholt. Da der First-Responder-Dienst keine ureigene Aufgabe der Feuerwehr ist, fanden Abstimmungsgespräche mit dem Gemeinde-Unfallversicherungsverband (GUVV) sowie der Versicherungskammer Bayern statt. Schließlich musste der Versicherungsschutz der Helfer geklärt werden.

Mittlerweile wurden auch in der Bevölkerung Stimmen bei den Bürgern laut, dass in Laufach eine Einrichtung für die schnelle Laienhilfe entstehen müsse - nicht nur für Unfälle, sonmdern auch für den häuslichen Bereich, etwa bei Herzinfarkten . Den entsprechenden Antrag auf Einrichtung eines First-Responder-Standortes durch die Feuerwehr sowie die Übernahme der anfallenden Kosten durch die Gemeinde wurde 1996 im Gemeinderat einstimmig mit 18:0 Stimmen befürwortet.

Eine eigene Alarmierungsschleife wurde beim Landratsamt beantragt. Es wurden Gespräche mit dem Leiter der Feuerwehr Aschaffenburg geführt. Eine interne Dienstanweisung sowie ein entsprechendes Einsatzprotokoll zur Dokumentation der Maßnahmen wurden erstellt. Abstimmungsgespräche mit den Rettungsdienstleitern fanden statt.

Die örtliche BRK Bereitschaft wurde mit ins Boot genommen, dort die "Helfer vor Ort“ (HVO) eingerichtet. Die Zusammenarbeit in diesem Pilotprojekt erfolgte bereits damals in enger Abstimmung.

Bereits drei Tage nach Einführung des Projekts, am 16. November 1996 wurden wir zum ersten Mal alarmiert. Es wurde eine Atemnot im Ortsteil Hain gemeldet. Die Hilfe damals kam schnell - die erste Beschwerde auch: Dabei war es damals nicht etwa ein handwerklicher Fehler, der zur Beschwerde führte, vielmehr wurde den Einsatzkräften "Übereifer“ vorgeworfen.

"Dem hauptamtlichen Rettungsdienstpersonal missfiel wohl die Anzahl der Einsatzkräfte vor Ort“, erinnert sich Albrecht Geis zurück und fügt hinzu: "Die Anfänge waren wie erwartet schwer. Die Blicke der Bevölkerung beim Erscheinen der Feuerwehr waren teilweise ungläubig. Die Rettungsdienstmitarbeiter schauten uns kritisch auf die Finger.“

Zwischenzeitlich allerdings stößt das Projekt im Ort auf großes Vertrauen und Unterstützung: "Oftmals berichten uns die Angehörigen nach dem Einsatz, dass sie extra die First-Responder im Notruf gefordert haben“, weiß Kommandant Hans-Peter Völker.

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