Übungstag Falkenbergtunnel
Am Samstag, dem 04. November 2017 fand der von der Kreisbrandinspektion vorbereitete und ausgearbeitete Übungstag während der Sperrpause statt.
Danke an die 32 anwesenden Kräfte aus unseren Reihen für die Bereitschaft zu Opferung ihrer Freizeit.
Einen besonderen Dank an Florian Kiel, Franz Schmitt und Heinz-Xaver Hesch, die an der einwöchigen Multiplikatorenschulung an der IFA im schweizerischen Balsthal teilgenommen hatten und nun ihr Wissen an die „normalen Einsatzkräfte“ der beiden Übungsgruppen weitergeben sollten.
Das Szenario wurde nur von der Laufacher Seite aus beübt, im Schadensfall laufen die Arbeiten im optimalen Fall parallel von beiden Portalen aus an.
Auf jeder Tunnelseite gibt es drei sogenannte Tunnel-Basis-Einheiten, kurz TBE genannt.
Jeder TBE ist mit drei Löschgruppenfahrzeugen ausgestattet, unterstützt werden sie zusätzlich von einem Versorgungs-Lkw mit zwei Rollwagen mit weiterem Gerät, das von der DB angeschafft wurde.
Die TBE-West besteht aus den Feuerwehren Laufach, Sailauf und Hösbach, der Versorgungs-Lkw kommt ebenfalls aus Laufach.
Die TBE-Ost besteht aus den Feuerwehren Heigenbrücken, Heinrichtstal und Rothenbuch, der Versorgungs-Lkw kommt hierbei aus Waldaschaff.
Das Einsatzkonzept sieht diese „räumliche Aufteilung“ bei einer möglichen Schadenslage in jedem der vier neuen Tunnels vor. Ausnahme wäre hierbei lediglich ein BMA-Alarm in einem der vielen Technikräume / -Gebäude.
Nach einer kurzen Begrüßung durch die Übungsverantwortlichen (leider ohne Vorstellung der zehn Multiplikatoren), wurden die Anwesenden in Atemschutzgeräteträger für die Arbeiten im Tunnel und Nicht-Atemschutzgeräteträger für die Arbeiten außerhalb eingeteilt.
Die anwesenden Atemschutzgeräteträger wurden wiederum in drei Gruppen aufgeteilt:
- Erkundung
- Löschen (um zur Retten) und
- Retten
Der Gruppe Erkundung hat hierbei „NUR“ die Aufgabe Erkunden. Was ist eigentlich passiert (Brand/THL), wo steht der Zug (welche Röhre, welcher Querschlag), welcher Zug (Personen- oder Güterzug) ist es, Zugtyp (ICE oder sonstiger Zug) etc.
Hierfür hat er auch keinerlei Strahlrohr oder sonstiges Equipment dabei.
Der Gruppe Löschen (um zu Retten) hat hierbei „NUR“ die Aufgabe Löschen und Kühlen der Tunnelstruktur. Hierfür muss er auch die trockene Steigleitung in der weißen Röhre (das ist die nicht vom Ereignis betroffene Röhre) abschnittsweise durch Betätigung (Umlegen) des Schiebers in Betrieb nehmen.
Er geht dann im Querschlag vor dem Tunnel in die betroffene (schwarze) Röhre und betätigt dabei den Absperrhahn der im Querschlag verlegten Verbindungsleitung zwischen den beiden Röhren. Hierbei wurde auch festgestellt, dass weder ein Schlüssel für den Schieber vor Ort vorgehalten wird, noch die Kennzeichnung für die Einsatzkräfte als solche erkennbar ist.
Um nicht sämtliche notwendige Geräte mit nach vorne zu nehmen, nutzt diese Gruppe ein Löschgruppenfahrzeug und positioniert dieses am betroffenen Querschlag.
Der Gruppe Retten hat „NUR“ die Aufgabe Retten. Dabei gehen jeweils ein Trupp auf beiden Seiten der Waggons und auch ein Trupp durch das Waggoninnere vor. Sämtliche Personen werden dann gerettet und auf die weiße Seite des Querschlages verbracht. Alles weitere ist dann Aufgabe des restlichen Personals und auch des Rettungsdienstes die betroffenen Patienten von dort zu retten und an die vorgesehene Tunnelseite zum weiteren Transport/Verbleib zu verbringen.
Die Nicht-Atemschutzgeräteträger hatten als erste Aufgabe die trockene Steigleitung aus der Zisterne heraus zu befüllen, hierbei gab es vor Allem bei der Lage der zu betätigenden Schieber einige Überraschungen, und unter Druck zu setzen.
Überraschend war, dass die zu betätigenden Schieber für die Südröhren sich zwischen beiden Gleissträngen befinden, wovon mindestens ein Schienenstrang überschritten werden muss, im Winter sicherlich ein noch schwierigeres Unterfangen.
Hier wurden wertvolle Erfahrungen über das Einspeisen in die Steigleitung gewonnen.
Leider funkte das Personal im Tunnel auf Kanälen, die dem Personal draußen nicht bekannt gegeben wurden, von daher konnte ein Austausch über evtl. notwendige Druckerhöhung nicht stattfinden.
Nachdem die Wasserversorgung der im Tunnel agierenden Kräfte hergestellt war, stand für die „Draußen“ die Einweisung in die OLSP (Ober-Leitung-Spannungs-Prüfeinrichtung) und die Inbetriebnahme der Tunnelfunkanlage auf dem Plan.
Anschließend mussten das Personal noch die an den Tunnelportalen montierten Schienenrollwagen entnehmen und bis zum betroffenen Querschlag bringen um dort möglich Verletzte zu übernehmen und außerhalb des Tunnels zu verbringen.
Im optimalen Fall sind diese Maßnahmen parallel durchzuführen.


